Heute fand im Institut für ImplantatTechnologie und Biomaterialien e.V. (IIB e.V.) in Warnemünde ein Technologie-Brunch statt. Zu Gast bei Institutsdirektor Prof. Dr.-Ing. Klaus-Peter Schmitz waren unter anderem CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters und der langjährige Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie aus Spitzenforschung in Mecklenburg-Vorpommern mehr wirtschaftliche Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Land entstehen können. Vorgestellt wurden unter anderem die Zusammenarbeit des IIB e.V. mit Medizintechnikunternehmen wie CORTRONIK/Teleflex mit rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie aktuelle Forschungsprojekte, darunter die Entwicklung eines Eileiterstents, für den derzeit ein Patent vorbereitet wird. Auch die erfolgreiche Begleitung von Unternehmensansiedlungen am Standort wurde thematisiert.
Spitzenkandidat Daniel Peters erklärt: „Mecklenburg-Vorpommern verfügt über exzellente Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die Weltklasse-Innovationen hervorbringen. Viel zu oft entstehen die daraus resultierenden Patente, Produkte und gut bezahlten Arbeitsplätze anschließend jedoch in anderen Bundesländern oder im Ausland. Das müssen wir ändern. Unser Ziel muss sein, die gesamte Wertschöpfungskette, von der Forschung über Entwicklung und Gründung bis zur industriellen Fertigung, stärker im Land zu halten.
Die CDU MV will deshalb den Transfer von Wissenschaft in Wirtschaft zu einem Schwerpunkt der Landespolitik machen. Forschungsprojekte mit wirtschaftlichem Potenzial müssen schneller in Gründungen, Unternehmensansiedlungen und industrielle Produktion überführt werden. Dafür brauchen wir eine engere Verzahnung von Forschungs-, Wirtschafts- und Ansiedlungsförderung sowie gezielte Unterstützung von Ausgründungen in der entscheidenden Phase zwischen Forschungsergebnis und Markteintritt.
Das IIB e.V. in Warnemünde ist dafür ein herausragendes Beispiel. Mit dem Kompetenzzentrum für Medizintechnik verbindet das Institut wissenschaftliche Expertise, technologische Entwicklung und industrielle Anwendung. Die Ansiedlung der OTN Implants Germany GmbH und der Micro Nitinol Technology GmbH im Jahr 2024 zeigt, dass daraus konkrete Unternehmen und Arbeitsplätze entstehen können. Die Biomedizintechnik beweist: Mecklenburg-Vorpommern kann mehr als Tourismus und maritime Wirtschaft, unser Land hat das Potenzial für eine starke High-Tech-Industrie. Dafür müssen wir auch die Menschen halten, die diese Innovationen entwickeln. Gleichzeitig dürfen bewährte An-Institute nicht von der nächsten EU- oder Bundesförderperiode abhängig sein. Wir brauchen deshalb ein eigenes, mehrjährig angelegtes Landesinstrument, das die Grund- und Transferstrukturen der An-Institute verlässlich absichert und Förderlücken überbrücken kann.“
Institutsdirektor Prof. Dr.-Ing. Klaus-Peter Schmitz ergänzt: „Als An-Institut der Universität Rostock bilden wir seit Jahren eine wichtige Brücke zwischen akademischer Forschung und industrieller Anwendung. Das Kompetenzzentrum für Medizintechnik schafft Strukturen, in denen wissenschaftliche Erkenntnisse gemeinsam mit Unternehmen in konkrete Anwendungen und marktfähige Medizinprodukte überführt werden können. Unsere Arbeit zeigt, dass aus wissenschaftlicher Exzellenz neue Produkte, Unternehmen und Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern entstehen können.
Um diese Innovationskraft zu sichern, benötigen wir stabile und langfristig planbare Rahmenbedingungen. Der reine Projektbetrieb über zeitlich begrenzte Förderprogramme des Landes, des Bundes und der EU stellt uns immer wieder vor erhebliche wirtschaftliche Überbrückungsrisiken. Wenn wir Know-how und hochqualifizierte Nachwuchskräfte im Land halten wollen, müssen Transferstrukturen nachhaltig abgesichert werden.
Ich begrüße es ausdrücklich, dass Daniel Peters die Chancen und Herausforderungen der angewandten Forschung stärker in den Mittelpunkt der Landespolitik rücken will. Eine verlässlichere und langfristigere Unterstützung durch die Wirtschaftspolitik einer neuen Landesregierung wäre für An-Institute wie den IIB e.V. ein wichtiger Schritt. Nur im Schulterschluss von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft wird es gelingen, Mecklenburg-Vorpommern dauerhaft als High-Tech-Standort zu etablieren.“
